Buddhistische Gesellschaft Leipzig

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Grundlagen der Lehre Buddhas

 Wer war Buddha?

Lebenslauf

Name: Gotama (Sanskrit: Gautama)

Vorname: Siddhattha (Sanskrit: Siddhartha)

Geboren am Vollmond des Monats Vesākha (April/Mai) 563 v. Chr. (+5 bis -9 Jahre) in Lumbinī in der Sakya-Republik/ Nordindien

Vater: Suddhodana, amtierender Rāja (Präsident) der Sakya-Republik, Angehöriger der Kriegerkaste (Khattiya, damals die höchste Kaste)

Mutter: Māyā, Hauptgattin, war bei der Geburt 40 Jahre alt, starb 7 Tage nach Siddhatthas Geburt

Stiefmutter: Pajāpatī, Nebenfrau, Schwester von Māyā, zwei Kinder mit Suddhodana (Sohn Nanda wurde wenige Tage nach Siddhattha geboren, Tochter Nandā), zog Siddhattha auf

Bei der Namensgebung sagten 8 Brahmanen voraus, dass Siddhattha entweder ein Mahārādja (König) oder Buddha werden würde, er verbrachte eine unbeschwerte Kindheit in Kapilavatthu (Hauptstadt der Sakya-Republik) und erhielt eine standesgemäße Ausbildung

547 v. Chr. Heirat mit gleichaltriger Kusine Bhaddakaccānā (andere Namen: Bimbadevī, Yasodharā, Gopā, oft auch nur Rāhulamātā = Mutter des Rāhula)

534 v. Chr. Geburt seines Sohns Rāhula, kurz darauf Auszug in die Hauslosigkeit als Wandermönch (Samaṇa)

knapp 1 Jahr in der Lehre bei Āḷāra Kālāma (Yoga-Lehrer) und Uddaka Rāmaputta (Upaniṣad-Lehrer), danach 5 Jahre Askese bei Uruvelā, teilweise extreme Formen: Atemanhalten, Nacktaskese, Hungeraskese, Ausreißen der Haare, Stehen oder Hocken, Liegen auf Dornen, Verzicht auf Waschen, Schlafen auf dem Leichenfeld, Kotessen; es gesellen sich 5 Brahmanen aus seiner Heimat hinzu; schließlich wieder normales Essen und Meditation, woraufhin ihn die 5 enttäuscht verlassen

528 v. Chr. am Vollmond Vesākha Erleuchtung (Erreichen des Nirvāṇa) unter einem Pappelfeigenbaum (ficus religiosa), damit wurde er zum Buddha (Erwachten, auch Sammāsambuddha = vollkommen, von selbst Erwachter), bleibt dort noch 5 Wochen, er überlegt, ob er die Lehre für sich behalten oder sie weitergeben soll, entscheidet sich schließlich für die Weitergabe

528 v. Chr. am Vollmond Āsāḷhā (Juni/Juli) erste Unterweisung der 5 Brahmanen aus der Askesezeit im Wildpark Isipatana bei Benares, alle fünf erreichen kurz hintereinander die Heiligkeit (Arahantschaft) und werden die ersten Mönche (Bhikkhus), Aufnahme von 55 weiteren, meist reichen Bürgersöhnen aus Benares und damit Gründung des Mönchsordens, erste Regenzeit im Wildpark mit weiterem Unterricht (Lehrreden) für die Mönche, danach Aufnahme u.a. von 1000 (?) ehemaligen Flechthaarasketen (Jaṭila, Feuer- und Wasserkult)

Ende 528/ Anfang 527 v. Chr. Gewinnung des Mahārādjas (Königs) Bimbisāra von Magadha als Laienanhänger, dieser schenkt ihm den Erholungspark Veḷuvana (Bambuswald) nördlich der Hauptstadt Rājagaha als Aufenthaltsort für die Regenzeit, Sāriputta und Moggallāna, die späteren Meisterschüler werden Mönche und erreichen die Heiligkeit

527 v. Chr. besucht er Kapilavatthu, Rāhula, Nanda, und die Vettern Anuruddha, Ānanda, Devadattha sowie 4 weitere Bürger werden Mönche

526 v. Chr. Jīvaka (Leibarzt des Königs Bimbisāra und später des Ordens) und Anāthapiṇḍika (Goldhändler, Bankier) werden Laienanhänger und schenken jeder einen Park (Jīvakāmbavana und Jetavana, letzterer wurde für 100.000 Kahāpaṇa dem Prinzen Jeta abgekauft), der Mahārādja (König) Pasenadi von Kosala wird Laienanhänger

524 v. Chr. sein Vater Suddhodana stibt

523 v. Chr. erneuter Besuch Kapilavatthus, Streitschlichtung um das Wasser des Flusses Rohinī, Pajāpatī möchte Nonne werden, Buddha lehnt ab, sie und einige andere Sakya-Frauen laufen ihm bis Vesāli (Hauptstadt der Licchavī-Republik) nach, Pajāpatī bittet Ānanda um Fürsprache, Buddha gibt nach, verfügt jedoch 8 zusätzliche Regeln für Frauen, damit ist der Nonnenorden gegründet

515 v. Chr. erteilt er seinem Sohn Rāhula die Vollordination

508 v. Chr. bekehrt er den gefürchteten Räuber Aṅgulimāla (Fingerkranz, weil er eine Halskette aus den Fingerknöcheln der Ermordeten trug), dieser wird einige Zeit später beim Almosengang von den Bewohnern von Sāvatthi (Hauptstadt von Kosala) gesteinigt, Ānanda wird Aufwärter bis zu Buddhas Tod

493 v. Chr. Buddha ist gesundheitlich angegriffen (Rückenprobleme), Devadatta möchte die Ordensleitung übernehmen, wird aber von Buddha zurückgewiesen, daraufhin lässt Devadatta 3 Mordanschläge auf Buddha ausführen, die misslingen, Devadatta spaltet den Orden (Hauptsitz bei Gayā/ Magadha)

486 v. Chr. Sāriputta stirbt am Vollmond Kattikā (Oktober/November), Moggallāna wird am darauf folgenden Neumond von einem durch Gegner gedungenen Räuber erschlagen

485/ 484 v. Chr. Zerstörung Kapilavatthus durch Viḍūḍabha (Sohn Pasenadis und neuer König von Kosala)

Gestorben 483 v. Chr. im Monat Citta (März/April) bei Kusināra in der Malla-Republik, Erreichen des vollständigen Nirvāna (Parinirvāṇa), nach 1 Woche Einäscherung durch den Brahmanen Doṇa, Aufteilung der Knochenreste und Asche in 8 Teile (+ 1 Ascherest vom Verbrennungsplatz) für die einzelnen nordindischen Stämme, diese wurden in Urnen in Stūpas (damals noch einfache Hügelgrabmale) beigesetzt

Kassapa beruft für die Regenzeit 483 v. Chr. ein Konzil (gemeinsame Rezitation) von 500 Theras (Mönche mit 10 oder mehr Ordensjahren) nach Rājagaha ein, auf dem er Upāli nach den Ordensregeln und Ānanda nach den Lehrreden befragt und diese rezitierten, jeder Mönch konnte ergänzen bzw. selbst rezitieren; deshalb beginnt jede Lehrrede mit „So habe ich gehört…“ und unsere Überlieferung Theravāda leitet sich ab von Theriyā paramparā = die Lehre der Theras (Ordensälteren).

Quelle: H.W. Schumann, Der historische Buddha, Diederichs Gelbe Reihe 2004, ISBN 3-89631-439-4



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